Studiengebühren - Pro und Contra
andreas | 18. März 2010Ein paar Gedanken zu den Studiengebühren an den Unis…
Beispiel an einem Land, das bereits Studiengebühren hat (Deutschland, Österreich):
- Einführung der Studiengebühren im Wintersemester 2009 / 2010 in Höhe von 500,00 € pro Semester.
- Einführung der Studiengebühren hatte massive soziale Effekte. Die soziale Selektion beim Zugang zu den Hochschulen hat sich noch weiter erhöht.
- Die Zahl der Studierenden sank in Österreich um rund 50.000, das ist ein Rückgang um 20 % im Vergleich zum Durchschnitt der Vorjahre.
- Die Studiengebühren fließen direkt den Budgets der Universitäten zu. Ihre Finanzsituation hat sich aber wegen zuvor durchgeführter Kürzungen insgesamt nicht verbessert.
- Die Empfänger des früheren Bafögs bekommen dort seitdem auch die Gebühren vom Staat bezahlt. Der Gebührenzuschuss muss, anders als die Studienhilfe, später nicht zurückgezahlt werden.
Beispiel an Ländern, die keine Studiengebühr haben (Skandinavien):
- In den nordischen Ländern ist eine gute Studienfinanzierung und die Gebührenfreiheit miteinander verbunden.
- Die Studiengebühren wurden abgeschafft, um allen jungen Menschen gleiche Bildungschancen anzubieten, unabhängig von der individuellen finanziellen oder sozialen Situation.
- Universitäten finanzieren sich zum größten Teil aus staatlichen Mitteln, wobei die Verteilung über ein System von Zielvereinbarungen erfolgt.
- Schweden und Finnland haben bei der PISA-Studie am besten abgeschnitten, was ein gutes Beispiel dafür ist, dass es auch ohne Gebühren möglich ist gute Leistungen zu erzielen.
Argumente contra Studiengebühren:
- Es besteht keine Garantie, dass die Beiträge nicht zum Stopfen von Finanzlöchern der FH ohne Qualitätsverbesserung verwendet werden.
- Mögliche Quersubventionierung anderer Fakultäten.
- Der Verwaltungsaufwand verschlingt einen großen Teil der Studiengebühren.
- Studiengebühren haben keinen positiven Effekt auf die Studiendauer. Im Gegenteil, diese müssen erst erarbeitet werden, und dass kostet Zeit.
- Studiengebühren sind sozial ungerecht, da das Studium der Kinder der Besserverdiener sich um die Geldbeschaffung keine Gedanken machen müssen –> Wer Geld hat, ist klar im Vorteil.
Argumente pro Studiengebühren:
- Durch die Studiengebühren könnten die Qualität der Hochschulen und die Studienbedingungen wesentlich verbessert werden.
- Über Steuern und Abgaben zahlen alle Bürger für freie Hochschulbildung, obwohl nur ca. 8% der Studierenden aus Arbeiterfamilien kommen. –> Der Fließbandarbeiter finanziert somit das Studium des Managersohns.
- Durch die Studiengebühren würde diese Situation entschärft, für die Hochschulbildung werden nur die zahlen, die davon profitieren.
- Wer in Deutschland studiert, gehört mit einer hohen Wahrscheinlichkeit später zu den Besser- und Bestverdienenden. Und deshalb sind die Studiengebühren auch sozial gerecht.
Ich persönlich bin contra Studiengebühren, da für mich die Nachtgeile des Systems die Vorteile überwiegen.





Das Argument, dass jemand studiert, später auch besser verdient halte
Internet Junkie Mike | 19. März 2010Das Argument, dass jemand studiert, später auch besser verdient halte ich für nicht haltbar. Zur Zeit zeigen sich doch vor allem, dass die handwerklichen Berufe stabil bleiben, und die Einstiegsgehälter von Studierten eher sinken…
Ich würde einen anderen Punkt geltend machen, und zwar, dass es vor allem “gestige” Berufe sind und Studiengebühren als investition in die Arbeitsbedingungen gesehen werden kann.